Werftzeit in Bremerhaven 2003
(Danke an Franky (Backschaftlover) und Volkie für die Bereitstellung der Bilder)

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Werftbericht von Bootsmann Axel:
Ich möchte mich auf diesem Weg allen Tätern ganz herzlich für ihren Einsatz bedanken. Egal nun ob sie nur ein paar Tage dort sein konnten oder sogar wochenlang täglich ihre Energie ins Schiff gesteckt haben. Ich hoffe das alle ihren Spaß bei den Arbeiten gehabt haben, und das auch einiges gelernt wurde !!
Ganz grob überschlagen haben wir ca. 6000 Stunden freiwillig an unserer Alex gebastelt.
Ich kann nur sagen, auch im Namen der Stiftung und von Werftkapitän Klaus: Vielen Dank !!
Grüße aus dem Oberbergischen....  Axel
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Neues für die Zukunft:
- Der Bolzen der Niroschäkel an den unteren Umlenkpunkten wurden im Versaufloch mit Schlauch überzogen um eine Zersetzung (Übergang Stahl-Niro) zu vermeiden. Nach Ansicht des GL’s ist dies nicht notwendig
- Die am Vortoppmastgarten angebauten Hundsfotten aus Niro haben sich bewährt, Demnächst werden Fotten, M16x60 Niroschrauben, selbstsichernde Muttern (mit Plastikeinsatz) und wenn zu bekommen 32mm lange Rohrstücke an Bord kommen, die dann verwendet werden können um die alten Hundsfotten die an Deck! gefahren werden gegen die aus Niro auszuwechseln. Im Rick sollen aber weiterhin die normalen Hundsfotten eingesetzt werden (sehen dort besser aus). Dazu noch ein Hinweis: beim Überholen bitte nur die Öse die aus dem Block herausschaut lackieren. Den Rest nur mit Rostschutz behandeln. Die ganze Fott wird sonst zu dick mit dem Lack und man bekommt sie kaum in den Block hinein. Wir hatten in der Werft sehr große Schwierigkeiten mit den vorbereiteten Fotten. Beim Zusammenbauen des Blocks die Außenseite der Hundsfott leicht einfetten damit es besser flutscht.
- An der Außenkante Back wurden Ausleger angeschweißt, die unseren Fockhals besser zum Stehen bringen sollen. Diese sind aus Niromaterial und werden daher NICHT angemalt. Nur in besonderen Ausnahmefällen können diese Ausleger eingeklappt werden und werden dann mit einem Zeiser an der Reeling gesichert. Die Fock kann dann natürlich nicht mehr gesetzt werden.
- Die jetzt angeschlagene Fock 97 ist für unseren Radar zu groß geschnitten und wird fast ständig am Käfig scheuern, bitte unbedingt darauf achten, das mit einem Gording das Unterliek leicht angelupft wird um ein schamfielen zu vermeiden.
- Der Preventer am Fockhals wurde abgeschlagen, da dieser eh nicht mehr angeschlagen werden kann (von Klaus Ricke entschieden).
- Um den Fockhals richtig setzen zu können ist an der Nagelbank eine Öse angeschweißt worden, wo eine Dörte angeschlagen werden kann. Bitte schaut es das ganze mal in Ruhe an wenn ihr wieder an Bord seit.
- Zum Spannen der Sicherheitsstander am Kindersarg/ Magnetkompaß wurden an der Reeling-Niedergänge 2 Ösen eingearbeitet die jetzt dazu benutzt werden können, statt immer um die Reeling herum zu spannen.
- Wir beabsichtigen unser laufendes Gut 20mm PA (das woran wir alle immer ziehen) in Zukunft gegen Roblon auszutauschen. Dieses Material ist wesentlich beständiger gegen Sonneneinstrahlung, die ja unser PA Material so aushärten läst und auch brüchig macht. Des weiteren soll ein verdrillen wie wir es von den Vorfallen kennen nicht so vorkommen. Wir wollen es erst mal ausprobieren. Zu erkennen ist das Material an der braunen Farben. Erstmal wurden folgende Klappläufer mit Roblon eingezogen: die Bootsläufer der Geeste (Bb), das Innenklüverfall und die Untermarsbrasse am Großtopp Stb. Natürlich ist dieses Material am Anfang ziemlich spröde und läst sich schwer spleissen. Aber gebt ihm bitte eine Chance. In der Segellast findet ihr einen 20mm Coil um weiteres Gut auszutauschen. So ganz verkehrt kann es nicht sein, da alle Skandinavier z.B. dieses Material fahren.
- Weiter wollen wir das gleiche Material allerdings in 16mm Stärke in Zukunft für unsere Webeleinen verwenden. Unser bislang verwendetes Spleitex ist leider sehr UV-Strahlen empfindlich. Einige abgebaute Grummets ließen sich nur durch Reiben zwischen den Finger komplett durcharbeiten. Wir haben angefangen am Großtopp auf Bb-Seite von unten an neue Webeleinen aus Roblon einzuarbeiten. Dabei hat sich schnell raus gestellt das es sich schnell durchhängt. Es scheint also, das es sich noch stark reckt. Ob sich ein Vorrecken lohnt oder es einen anderen Trick (Wasser, Eis, Feuer) gibt werden wir versuchen rauszufinden. Ziel ist es das ständige Webeleinenerneuern und wilde Rumbelabeln ein bischen im Zaume zu halten und damit Zeit zu haben für andere wichtige Instandhaltungsarbeiten.
- In der Leinenlast Bb am Notausgang Maschine ist in der Spante ein Ablagefach hin gekommen wo die Müllsäcke in so großer Anzahl gestaut werden, das sie für ein halbes Jahr reichen sollten.
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- Insgesamt haben wir ca. 80l vorgemischte Labsale im Kettenkasten. In jedes neu angefangene Gebinde muß noch ein sogenanntes Additiv hineingemischt werden. Dies ist im Millionenstore gestaut. Das Additiv bewirkt, das die Labsale aushärtet und wir nicht Tagelang in die Matsche fassen müssen. Ist also recht wichtig. Bitte denkt dran, das die Labsale kräftig aufgeschüttelt werden muß, weil sich die 2 Komponenten im Laufe der Zeit voneinander absetzen, der Teer fällt nach unten und das Öl schwimmt oben auf.
- Zur Konservierung der Blöcke wird in Zukunft ausschließlich der Lack Le Tonkinois No.1 benutzt. Das bislang schon benutzte Le Tonkinois (ohne No.1) bildete eine sehr dicke Lackschicht aus, die oftmals schnell abplatzte. Da Le Tonkinois No.1 ist wesentlich dünnflüssiger und muß nach unserer Erfahrung zwischen 2x und 3x aufgetragen werden. Wenn sich eine dünne Lackschicht bildet reicht es mit den Anstrichen. Dieses Konservierungmittel findet ihr im Millionenstore 3. Türe. Das Gebinde sieht aus wie eine Teedose und ist in der Verwendung sehr ergiebig. Das noch vorhande Le Tonkinois (ohne No.1) kann für andere Holzlackierungen weiter aufgebraucht werden. Was wir nicht mehr machen werden ist das Lackieren mit Leinölfirnis oder das Kochen im Selbigen.
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- In der Werft wurde ein 2. pneumatischer Nagelhammer angeschafft, der uns schon gute Dienste geleistet hat. Gestaut ist dieser unterhalb der Werkbank (Kabelgatt) in einem Bosch-Geräte Koffer. Lange Luftschläuche, Verteiler und Adapter findet ihr am Ende der Werkbank hinter den elektrischen Geräten.
- Ebenfalls in einem solchem Koffer unter der Werkbank hab ich Ledermaterial gefunden was wir verzweifelt die halbe Werft gesucht haben. Dies nur zur Info.
- Neu in Reserve an Bord sind die Linseneinsätze der großen Positionslaternen gekommen. Jeweils eine rote, grüne und weiße sind unterhalb der Kapitänskoje gestaut.
- Für die Schotstander der Vorsegel haben wir neue Blockeier bekommen. Diese haben innen einen eingedrechselten Absatz wo die Isolierbuchsen die wir an den Rahen einsetzen eingedrückt werden können. Diese verhindern dann ein Verlaufen der Blockscheibe zum Holz hin. Beim Einsetzen des Bolzen kontrolliert vorher die Bolzenlänge. Evtl müsst ihr auch die 2. Seite des Blockeis auf Bolzendurchmesser aufbohren. Rausrutschen kann der Bolzen später nicht, da der Draht das ganze Ei umschließt.
- Unsere normalen Blockscheiben haben einen Durchmesser von 100mm. Für den Halsblock haben wir in der Werft Scheiben fertigen lassen mit 80mm Durchmesser, damit das 24er Gut ohne zu scheuern durchlaufen kann – bitte dieses beim Blocktauschen berücksichtigen.
- Überschüssiges Moosgummimaterial, was wir zum Abdichten der Schotten benutzt haben befindet sich in der Segellast, auch der Primer und der Spezialkleber ist der Kiste drin.
- Wie schon beschrieben, sind die Schnellverschlüsse der Weser gegen Profiverschlüsse gewechselt worden. Bitte macht euch bei eurer nächsten Fahrt in Ruhe mit den Verschlüssen vertraut. Damit ihr nicht erst im Wasser wild rumhampelt !!!
- Einiges an neuem Werkzeug, Ersatzpeilmaß, Segelnadeln usw. sind in der Bootsmanns/ Kaptainslast in der Leinenlast gestaut worden.
Ende

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