Callao - Guayaquil - Galapagos - Balboa 2006

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Törnplan
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Wachplan
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0-4 Wache
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8-12 Wache
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4-8 Wache
Ein einmaliger Törn stand uns bevor. Und so waren alle schon guter Laune, als sich der Grossteil der Crew bereits am Flughafen in Frankfurt oder spätestens in Madrid traf, um über den grossen Teich nach Lima in Peru zu fliegen. Diesmal sogar pünktlich, allerdings mit dem gewohnt schlechten Service von Iberia. Mit dem Bus ging es von dort nach Callao zum Liegeplatz der Alex wo uns der Rest der Crew, die schon ein paar Tage früher zum Sightseeing dorthin geflogen waren, sehnsüchtig erwartete. Nach einer kurzen Begrüssung fielen dann die Meisten sofort in in die Kojen.
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Käptn Gerd bei der Begrüssung der Crew
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3 Maschinisten: Gerd, Hans und  
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Nina weist ihre 8-12 ein
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Smutje Uli und Smut Manfred
Der nächste Tag begann morgens mit einer dreistündigen Stadtrundfahrt. Allerhand Museen und Kirchen wurden abgeklappert und die Stadtführerin brachte uns die bewegte Geschichte ihres Landes näher. Während der Fahrt durch die 8-Millionen Metropole kamen wir durch teilweise sehr schöne Stadtteile, haben aber auch sehr viel Armut gesehen. Die Leute sind freundlich und nett. Nachmittags kam dann der Proviant. Da unser Törn 5 Wochen dauert, mußten wir natürlich auch viel bunkern. So hatten wir doch einige Schwierigkeiten, die gesamten Getränke zu verstauen. Die Getränkelast, Leinenlast, Segellast und Ballasttanks wurden bis oben hin mit ca 6500 Flaschen Bier und 7000 Softdrinks beladen.  Danach fand die Wacheinweisung statt, wo die Trainees alles über Sicherheit an Bord und Organisatorisches zum Törnverlauf erfuhren. Abends gingen dann einige noch ein letztes Mal in die Stadt. Allerdings wurde die Rückkehr zur Alex mal wieder zum Spiessrutenlaufen. Wie schon in vielen andern südamerikanischen Ländern werden uns immer wieder bürokratische Hindernisse in den Weg gelegt. Diesmal mußten wir an der Pforte zum Hafen über eine Stunde warten, weil unsere Papiere scheinbar nicht in Ordnung waren, bevor wir endlich wieder an Bord durften.
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Lima
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Lima
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Lima
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Lima
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Lima
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Lima
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Pyramide in Lima
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Lima
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Gruft
Am nächsten Tag um 9 Uhr morgens warfen wir die Leinen los und setzten kurz danach bei strahlendem Sonnenschein die Segel. Unser geplantes nächstes Ziel Trujillo konnten wir allerdings nach erneuter Behördenwillkür nicht anlaufen und so nahmen wir direkt Kurs auf Guayaquil. Bei strahlendem Sonnenschein und 27 Grad Lufttemperatur schmierten sich erst mal alle mit Sonnenschutzmitteln ein. Bei einer Rettungsübung, bei der sich alle mit ihren Rettungswesten an Deck versammelten, gab es noch einige Infos für den Ernstfall. Außerdem wurde auch der Friseursalon in der Hamstertasche eröffnet, wo es zum Preis eines kühlen Biere den praktischen 3mm-Einheitschnitt gab. Schon zu Beginn des Törns begleiteten uns Delphine und auch ein Hai. Unter Vollzeug segelten wir die peruanische Küste entlang. Jeder, der Lust und Zeit hatte, bekam einen Pinsel in die Hand gedrückt, um die rostigen Stellen der Alex zu überpönen. Immerhin erwarteten wir bei unserem nächsten Stop in Guayaquil hohen Besuch durch den Konsul und die ecuadorianische Marine, und so sollte unser Schiffchen ja vollem Glanze erstrahlen. Das obligatorische Bootsmanöver entwickelte sich mal wieder zur Blamage. Der erste Motor vom Schlauchboot verlor Benzin und der Ersatzmotor sprang nicht an. So wurde die Übung und die anschliessende Fotosafari auf einen anderen Tag verlegt. Die Tage vergingen und die meisten hatten ihren Rhythmus gefunden und den Jet-Lag überwunden. Jetzt wurde abends auch mehr gefeiert als in den ersten Tagen. Seemannslieder wurden zum Klang von Rüdigers Gitarre an der Back geschmettert und so manches kühles Bierchen floss durch die Kehlen. 
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Nina und Ilka
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Josef, Elmer 
und Schmitti
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Decksdusche
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Rettungsübung
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Sigrid, Andi, Regina, 
Johanna und Irmgard 
Die erste Woche verging wie im Fluge. Konstante Winde von 4 Bft brachten die Alex voran. Nach Trainee Joachim und Smut Manfred feierte jetzt auch Trainee Helmut seinen Geburtstag, was wieder mal Anlass für einen kleinen Umtrunk gab. Immer wieder konnte man verschiedene Tiere beobachten. Delphine waren schon Dauergäste, aber auch Wasserschildkröten, einen vor Haien flüchtender Merlin und Fregattvögel, die uns von der Mastspitze das Deck vollschissen, gehörten zu unseren Besuchern. Eines nachts bot uns der Himmel ein ganz besonderes Schauspiel. Sekundenlang sahen wir einen rotglühenden Feuerball zwischen den Sternen, der sich beim Eintreten in die Erdatmosphäre zweiteilte und mit zwei glühenden Schweifen zur Erde hinabraste. Es war taghell an Bord und wir vermuteten, daß es sich um einen Meteoriten oder Weltraumschrott handelte.  
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0-4 Wache beim Manöver
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Gitarrenmusik
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Brandschutzübung
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Julienne, Stefan und Alex
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Julienne mit den beiden Lotsen
Nach 7 Seetagen erreichten wir abends um 22 Uhr die Mündung des Flusses Rio Guyar wo wir dann den Anker warfen. Morgens um 6 Uhr kam dann der Lotse an Bord, der bis Guayaquil begleiten sollte. 60 sm und 8 Stunden später machten wir an der Pier von Guayaquil fest.   
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Guayaquil
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Guayaquil
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Guayaquil
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Guayaquil
In Guayaquil sollten wir 3 Nächte liegen. Extra für uns hat das ecuadorianische Segelschulschiff seinen angestammten Liegeplatz geräumt, damit wir direkt an der Pier gegenüber der Innenstadt festmachen konnten. Für jeden Tag hatte Käptn Gerd in Zusammenarbeit mit einem Tourismusbüro ein Programm ausgearbeitet. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt mit einem gemeinsamen Abendessen in einem schönen Hotel bekamen wir erste Eindrücke der schönen Stadt. Danach gabs noch einige Cocktails in einer Discothek, natürlich mit Air-Condition.
Der nächste Tag begann mit kräftigen Regenschauern. So traten wir die Stadtrundfahrt mit etwas Verspätung an. Hauptattraktion war ein Besuch des hiesigen Zoos, wobei hier allerdings keine anderen Tiere zu sehen war wie bei uns zu Hause.
Den letzten Tag beschlossen wir mit einem weiteren Busausflug, diesmal zu einer Hacienda, die auch gleichzeitig Auffangstation für kranke und bedrohte Tiere war. Bei einem Rundgang wurde einem der der Weg einer Banane von Abschneiden der Staude bis zum Verpacken gezeigt. Kannte man allerdings auch schon aus der Sendung mit der Maus oder anderen Infotainment-Sendungen. Als Höhepunkt wurde dort ein leckeres Barbecue abgehalten.
Insgesamt waren alle Ausfluege recht nett aber  zu 100% überteuert. 50 $ für einen Zoobesuch und 90 $ für den Besuch auf dem Bauernhof ist schon etwas zu viel.
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Guayaquil

Guayaquil
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Konsul & Dieter
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Guayaquil
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Guayaquil
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Guayaquil
Überraschenderweise wurde am letzten Tag nachmittags die Alex von den Einheimischen gestürmt. Scheinbar wurde am Abend zuvor im Fernsehen verkündet, daß wir "Tag der offenen Tür" hätten und so strömte eine nicht enden wollende Menschenmenge zu uns an Bord. Völlig unvorbereitet gab es natürlich keine Schlappskiste und so konnten die Besucher als einziges Souvenir einen viereckigen Zettel mit Bordstempel und Heides Autogramm mit nach Hause nehmen. Abends dann der Schock für alle. Unser Käptn Gerd erkrankte und wir mussten ihn leider in Guayaquil zurücklassen. Nach Rücksprache mit allen Beteiligten kam man dann überein, trotzdem am nächsten Morgen auszulaufen, in der Hoffnung, daß Gerd dann mit dem Flieger nach Galapagos nachkommen würde. Guayaquil hat einen sehr netten Eindruck gemacht. Sauber und mit sehr vielen schönen Stadtteilen. Zahlungsmittel in Ecuador ist der US-Dollar, was einiges einfacher machte. Die meisten Handy funktionierten hier allerdings nicht, aber man konnte ohne Probleme in den vielen Telefonläden Kontakt mit zu Hause aufnehmen. 
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Stadtführung in Guayaquil
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Open Ship
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Heide schreibt Autogramme
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Guayaquil
Am vierten Tag frühmorgens um 4 Uhr warfen wir die Leinen los. Nachmittags hatte uns der Pazifik wieder und wir steckten Kurs auf Galapagos. Bei Flaute und spiegelglatter See vertrieben wir uns die Zeit mit der Feststellung der Tauffähigkeit für die bevorstehende Äquatortaufe. Dabei wurden jedem die Fuß- und Zehennägel vermessen und die Körpergröße festgestellt. Dann mußte jeder ein Gedicht vortragen. Glücklicherweise war die Taufkommission gnädig und so konnte sich jeder auf den großen Augenblick, der immer näher rückte, freuen. 
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Bordgymnastik
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Beim Pönen
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Josef
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Proviantluke von Nina und Ilka
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Regina und Johanna
Schon lange vor den Inseln sahen wir eine Menge Meeresschildkröten. Sofern der Ausguck sie rechtzeitig sah und wir sie nicht versenkten, schwammen sie ganz nah an der Alex vorbei. Auch große Rochen, Mantas, zogen elegant ihre Bahnen. Ein Manta sprang sogar aus dem Wasser und machte einen Salto in der Luft. Dazu gab es natürlich die täglichen News über den Gesundheitszustand von unserem Käptn Gerd. Er hatte sich nun soweit erholt, flog dann allerdings sicherheitshalber nach Deutschland zurück. Was natürlich sehr schade für ihn war, da er doch alles für uns so toll vorbereitet hatte und der Törn ihm am Herzen lag. Derweil kam die News aus Bremerhaven, daß sich Klaus in den Startlöchern befindet, um auf Galapagos zu uns zu stossen und ab dort dann Gerd als Kapitän zu ersetzen.  
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Tauffähigkeit
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0-4 während der Wache
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Expertenteam beim Poolbau
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Birgit und Rolf
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Maren & Günter 
Endlich tauchten die ersten Inseln auf, die mit einem frischen Grün überzogen waren. In der Bucht von Puerto Baquerizo Morena liessen wir den Anker fallen. Nach 5 Minuten Fahrt mit dem Beiboot waren wir in der Stadt, die 2000 Einwohner zählt. Ein typisches kleines Fischernest, allerdings mit allem, was so das Touristenherz benötigt. Mit EC-Kartenautomat, Telefonladen, Souvenirshops usw  waren unsere ersten Wünsche erstmal abgedeckt. Kleine Kneipen mit teilweise sehr guten und billigem Essen luden zum Verweilen ein. Auf dem Rückweg zur Alex führte uns der Weg wieder an all den kleinen Sportyachten vorbei, die hier auf ihrer Weltumsegelung wochen- oder monatelang vor Anker liegen. Sofern die Eigner ihre Beiboote im Wasser liessen, waren auf fast jedem Boot oder auf den Badeplattformen 3-4 Seelöwen anzutreffen, die sich für die Nacht die besten Plätze gesichert hatten. Auch Pelikane bevölkerten die ruhig im Mondlicht liegenden Yachten. 
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Käptn Dieter und 
Lotse vor Galapagos
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Galapagos Islands
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Puerto Baquerizo Morena
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Puerto Baquerizo
Zurück auf der Alex zogen wir unser Beiboot etwa 1,50m in die Höhe, um es den Seelöwen unmöglich zu machen, sich bei uns für die Nacht einzunisten. Die ganze Nacht über spielten sie bei uns am Boot und hatten ganz besonderen Spaß an dem Kühlwasser, welches an der Bordwand der Alex herausplätschert. Zum Greifen nah schwammen sie auf den Bauch und dem Rücken und sahen uns mit ihren grossen, runden Kulleraugen neugierig an. Manche waren so frech und wollten uns erschrecken, indem sie auf der Seite schwimmend eine Flosse aus dem Wasser herausragen liessen, damit es aussieht als ob hier ein Hai schwimmen würde. Minuten später streckten sie dann ihren kleinen Kopf aus dem Wasser so als ob sie sich freuten, uns einen Schrecken eingejagt zu haben. Außer den Seelöwen tummelten sich aber auch noch jede Menge bunte Fische und sogar Riesenrochen um die Alex. Diese Eindrücke waren so faszinierend, daß die nächtliche Ankerwache wie im Flug verging und wir uns immer noch nicht an unseren Besuchern sattgesehen hatten. 
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Alex vor Galapagos
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Kickers Rock
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Kickers Rock
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Am Anleger
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Pelikan
Die nächsten Tage waren gefüllt mit diversen Tagesausflügen. Mit kleinen, teilweise sehr schrottreifen Booten wurden wir nach Kickers Rock gefahren. Eine im Archipel gelegene Felsspitze, die mit aller Art von Seevögeln bevölkert war. Danach gings zu Ochoa Beach, eine kleine vulkanische Insel, auf der wir eine kurze Wanderung machten und hinterher mit kleinen Seelöwen schwammen. Am darauffolgenden Tag besuchten wir die Insel Santa Cruz, wo wir im Hauptort Puerto Ayola anlandeten. Ein sehr gepflegtes Dörfchen mit sehr regem und touristischem Treiben. Mit einem Bus fuhren wir ins Hochland wo wir durch einen Trockenwald wanderten und einige der riesengrossen Galapagos-Schildkröten sahen, die sich in den Gebüschen vor der stechenden Sonne versteckten. Nachdem wir uns durch eine lange Lavahöhle gekämpft hatten, stärkten wir uns bei einem ausgiebigen Barbecue. Danach besuchten wir die Darwin-Station, auf der wir noch einiges mehr über die Tier und Pflanzenwelt der Inseln erfuhren.  
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Faulenzer
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Landleguan
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Kirche in Santa Cruz
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Fast versenkt!
Zwischenzeitlich war auch unser neuer Kapitän Klaus an Bord gekommen, der uns mit Neuigkeiten aus der Heimat versorgte und bei einem Tagesausflug gleich seine neue Crew besser kennenlernte. Wer nicht die organisierten Touren machen wollte, der machte sich allein auf den Weg. Im Ort konnte man Mountainbikes ausleihen oder sich für wenig Geld mit dem Taxi auf der Insel herumfahren lassen. Bis abends wurde jede Minute genutzt bevor wir ankerauf gingen und dieses atemberaubende Paradies verlassen mussten 
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Fischmarkt
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Schildkröten
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Santa Cruz
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Bei der Führung
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Triton zu Besuch
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Am Äquator
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
Am nächsten Tag um 9 Uhr kam Triton als Vorbote Neptuns an Bord um uns auf die Äquatortaufe vorzubereiten und bis dahin das Kommando über die Alex zu übernehmen. Nachmittags gegen 14 Uhr überfuhren wir dann den nullten Breitengrad und Neptun mit seinem Gefolge erschien, um uns Staubgeborene für die nördliche Hemisphäre zu reinigen. Als erstes wurde man von zwei Negern durch einen Wassertunnel getrieben, der symbolisch die Verbindung von Süd nach Nord darstellen sollte. Danach wurde man mit einer Portion Mehl über dem Kopf entlaust. Als Huldigung durfte man Thetis, der lieblichen Gemahlin Neptuns, die Füsse küssen. Im Anschluss mußte man beim Leibarzt einen garstigen Fischbrei essen, von dem man sich allerdings durch Zahlung von Freibier freikaufen konnte. Danach gings zum Barbier, der einen tüchtig einseifte und mit einer übergroßen Schere die Haare schnitt bevor man zum Abschluss vom Pfarrer von seinen Sünden freigesprochen und getauft wurde. Jeder bekam den Namen eines Fisches und einen schönen Taufschein dazu. So schnell die Gesellen der Meere gekommen waren, so schnell waren sie dann auch wieder weg und wir setzten unseren Weg in Richtung Panama fort. 
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
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Äquatortaufe
Nachdem Abends dann einer der Crew plötzlich erkrankte, entschieden sich der Kapitän und der Doc für eine Rückkehr nach Galapagos. Dort im Krankenhaus wurden die nötigen Untersuchungen gemacht und mit einer Tüte voller Medikamente konnte der Patient und der Rest der Alexcrew erneut ihren Weg nach Panama in Angriff nehmen. Die nächsten 7 Tage und Nächte mussten wir mangels Wind überwiegend motoren. Ab und zu setzten wir zwar auch die Segel, liefen dann aber meist den falschen Kurs, was wir dann hinterher unter Maschine wieder ausglichen. So vertrieben wir uns die Zeit mit Halsen und Wenden und mit allermöglich Arbeit im Rigg und am Schiff. Überall wurde noch gepönt und gestrichen um auf der angekündigten Party in Panama schön auszusehen. Immer wieder trieben Schildkröten vorbei, auf deren Panzer sich erschöpfte Seevögel ein zeitweises Zuhause suchten. Nach wochenlangem Lernen wurde die Stammanwärter dann einer eingehenden Prüfung unterzogen, die dann alle mit Bravour meisterten.
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Tini, Heidi und 
der Fettabscheider
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Steuermann Uwe & Käptn Klaus
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Sohn & Vater
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Bootsmann Jochen
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Alex, Dennis, Sigrid & Carsten
Nach 8 Seetagen kam um 9 Uhr morgens der panamesische Lotse an Bord, der uns zu unserem Liegeplatz begleiten sollte. Vorbei an all den, auf ihre Kanalpassage wartenden, Schiffen kamen wir an der Isla Flamenco, einer kleinen, vorgelagerten Insel, die mit dem Festland Balboa verbunden ist, vorbei. Zu erkennen war ein kleiner, schnuckeliger Yachthafen, den wir auch alle von weitem fotografierten. Entgegen der allgemeinen Annahme steuerten wir dann tatsächlich die Einfahrt an und machten mitten in dem kleinen Hafenbecken jeweils an Bug und Heck an einer Mooringboje fest. Gerade so passend, daß wir den Bootsverkehr im Hafen nicht behinderten.  Hintergrund der ganzen Aktion war, daß für den Folgetag eine Party geplant war, bei der deutsche Firmen wie Daimler-Benz, Adidas und Warsteiner 80 wichtigen Leuten aus Panama und ihren besten VIP-Kunden ihre Produkte präsentieren wollten und die Alex dabei eine Statistenrolle spielen sollte. Um an Land zu gelangen gab es ein Wassertaxi, welches für uns 24 Stunden in Betrieb war uns dauernd hin und her kutschieren musste.  Nachdem wir einen ersten Bummel durch den sehr netten, kleinen Yachthafen und die ersten Caipirinhas an einer der vielzähligen Bars hinter uns hatten, lud die Kombüse abends zum Captainsdinner. Allerlei leckere Sachen hatten die beiden Smuts wieder für uns zurechtgezaubert.  Bis in die späte Nacht wurde noch an Deck getanzt und an Erlebnisse aus den letzten Wochen erinnert. 
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Klaus, Detlef, 
Dieter und Rüdiger
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Bei der Prüfung
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Skyline von Panama
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Isla Flamenco
Am nächsten Tag stand Sightseeing auf dem Programm. Natürlich war der Panama-Kanal die Hauptattraktion. Balboa bildet den westlichen Abschluss des Panamakanals, der von hier 60 Seemeilen quer durch das Land nach Colon auf der östlichen, karibischen Seite führt. Da hier alle durch müssen, die sich den schweren Weg um das Kap Hoorn sparen wollen, ist hier natürlich die Hölle los. Von dicken Containerschiffen bis zu Sportyachten mit Weltumseglern ist hier alles zu sehen. Treffpunkt der Yachties ist übrigens der Balboa-Yachtclub wo immer Betrieb ist. Da für die Kanaldurchfahrt der Yachten mindestens 4 Personen an Bord sein müssen, ist es einfach, auf einer 2-Mann-Yacht eine Kanalpassage als Linehandler zu bekommen. Die Durchfahrt dauert von Balboa nach Colon einen Tag und man kann dann innerhalb von 3 Stunden per Bus oder Taxi auf dem Landweg zurück nach Balboa. Unser Ziel war die erste grosse Schleuse des Kanals, die Miraflores-Locks. Durch beeindruckend riesige Schleusen zwängen sich zum Teil so grosse Schiffe, dass nur noch ein paar Handbreit zwischen Schleusenwand und Schiffsrumpf passen. Rechts und links der Schleusenbecken fahren kleine Lokomotiven, die durch Festmacherleinen mit den Schiffen verbunden sind. So können die Schiffe immer im richtigen Abstand manövriert werden ohne den bordeigenen Antrieb benutzen zu müssen. Weiter gings durch die einzelnen Stadtteile der 3-Millionen-Stadt. Panama besteht eigentlich aus 4 verschiedenen Städten, die jeweils während einer anderen Kolonialzeit gebaut wurden. Die erste und älteste Stadt aus den spanischen Gründerjahren besteht nur noch als steinige Ruinen. Die noch bestehenden Stadtteile sind ein französisches und ein spanisches Viertel, welche man ganz klar an den Baustilen der damaligen Zeiten erkennen kann. Der dritte Stadtteil sind die modernen Wolkenkratzer, die während der Besetzung der USA gebaut wurden. Panamas Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, wobei es einige Stadteile gibt, durch die man nachts nicht unbedingt alleine laufen sollte. Über die ganze Stadt verteilt findet man natürlich überall Denkmäler, die an die einzelnen Herrscher und Epochen des Landes erinnern sollen.          
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Menükarte
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Captains-Dinner
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 3 Toppsis
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Panama
Abends war dann an Bord und an der Pier die geplante Party für 80 wichtige Leute aus Panama organisiert, auf der deutsche Firmen ihre Produkte präsentierten. Die Meisten von uns verzogen sich allerdings an Land, gingen nochmal schön essen oder in eine der zahlreichen Open-Air-Diskos. Bei heissen Rhythmen am Discopool liessen wir es uns bis in die späte Nacht gut gehen.   
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Panama-Kanal
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Panama-Kanal
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Panama
Der letzte Tag begann morgens mit Reinschiff um der Folgecrew ein sauberes Schiff zu übergeben. Nachmittags vertrieben sich einige die Wartezeit noch in den Bars oder Shops im Hafengelände bevor wir am Abend per Bus zum Flughafen gebracht wurden und zurück ins frühlingshafte Deutschland flogen. Alles in Allem war dies ein ganz besonderer Törn mit einzigarten Zielen wie Galapagos und dem Panama-Kanal, wo wohl die Wenigsten von uns nochmal hinkommen werden. Drei Kapitäne führten uns durch den Törn, was wohl auch sehr selten vorkommt. In fast allen Häfen wurden wir allerdings von den Agenten, Reiseleitern und sonstigen Leuten, die sich um uns kümmern sollten, über den Tisch gezogen. Mit überteuerten Preisen für Tagesausflüge, mangelhaftem Proviant und schlechtem Service zogen sie uns das Geld aus den Taschen so gut es ging. Was aber den positiven Gesamteindruck keineswegs trüben sollte. Es war ein toller Törn mit einer Vielzahl unterschiedlichster Charaktere unter den Mitseglern, die die lange Zeit überwiegend sehr harmonisch miteinander umgegangen sind. Die schönen Erlebnisse werden uns unvergessen bleiben!    
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Alex vor Panama
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Panama
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Polizeiauto
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Panama
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Panama
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Panama
Besondere Grüße an: Katja, Elmer, Uwe, Bordgärtner, Klaus, Josef, Maren, Dennis, Arne und Andrea