Weihnachtstörn  
Rio de Janeiro - Itajai - Montevideo - Buenos Aires 2005   

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Törnplan
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Wachplan
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0-4 Wache
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8-12 Wache
2006! Das Jahr, in dem die alte Lady "Alex" ihren 100-jährigen Geburtstag feiert. Anlässlich dieses Jubiläums macht der grüne Windjammer eine ganz besondere Reise. Von Bremerhaven über Lissabon, Kanaren und Kap Verden segelte die Alex bis hierher nach Rio de Janeiro, dem Ausgangspunkt dieses Törns.
Die Meisten der Mannschaft sind am Tag zuvor von Frankfurt und anderen Großstädten Deutschlands sternförmig in Madrid eingeschwebt um von dort dann gemeinsam über Nacht hierher zu fliegen. Allerdings wurde uns schon tags zuvor vom Büro mitgeteilt, daß die Nachtmaschine nach Rio ausfallen würde. In Madrid angekommen wurden wir in unser Hotel unweit des Flughafens gebracht. Natürlich war auch hier wieder schlecht vorgesorgt, denn es war keine Verpflegung für uns vorgesehen. So gingen wir ein paar Ecken weiter in ein nettes Restaurant und stillten dort unseren Hunger. Um 2:00 waren wir dann im Bett. Der Folgetag begann um 8:30 mit Frühstück und anschliessendem Transfer zum Flughafen. Pünktlich um 11:20 bewegte sich das Flugzeug zur Startbahn. Aber auch hier wieder gab es  Probleme. Wegen eines Fahrwerksschadens wurde der Start abgebrochen und wir mussten knapp 3 Stunden in der Maschine warten bis der Schaden behoben war. Endlich um 14 Uhr ging es dann in die Luft in Richtung Rio. Juhuu! Alsbald wurden dann auch unsrere mittlerweile knurrenden Mägen gefüllt. Danach schloß die Stewardess die Jalousien der Fenster um uns zum Verdauungsschlaf zu ermahnen. Dieser Aufforderung kamen die Meisten nach. So ein Schläfchen macht natürlich durstig. Zum allgemeinen Entsetzen gingen dann aber über dem Atlantik die Getränke aus. Scheinbar hatten wir nicht lang genug geschlafen. Um 22 Uhr Rio-Zeit setzten wir dann auf dem Flugfeld von Rio auf. Das Fahrwerk hielt. Viva IBERIA! Wir stürmten sofort den Beschwerdeschalter von Iberia. Jeder musste ein Formular ausfüllen und bis wir alle dran kamen war es dann 00:30. Um 1 Uhr in der Nacht betraten wir endlich die Planken der Alex. Die Nachtwache und Kapitän Wolfgang begrüßten uns kurz und nach einem kurzen Meeting fielen wir erschöpft in unsere Kojen.
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4-8 Wache 
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Strand von Ipanema
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Rio vom Zuckerhut gesehen
Der nächste Tag begann wie gewohnt um 7 Uhr mit allgemeinem Wecken. Da es etwas regnete begannen wir den Tag mit der Einweisung für die Trainees und verschoben die geplante Stadtrundfahrt auf den Nachmittag. Mit kleinen Bussen wurden wir durch diese vermeindlich faszinierende Stadt gekarrt. Allerdings stellte sich dann heraus, dass Rio keineswegs so schön ist wie man uns im fernen Deutschland suggerieren will. Abgesehen von den allseits bekannten Postkartenmotiven ist Rio eine Stadt wie jede andere. Europäische Metropolen wie Madrid, Barcelona, Rom, Mailand oder Lissabon sind wesentlich schöner. Naja, jedenfalls wurden alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert. In Ipanema am Strand schlürften wir frische Kokosnüsse oder den uns aus der Heimat bekannten Caipirinha.  An der Copacabana durften wir sogar 5 Minuten uns die Füsse mit Sand bekleckern. Den Christus auf dem Berg fuhren wir leider nicht an, da er in Wolken versteckt war. Zum Abschluss gings dann mit der Seilbahn auf den Zuckerhut. Eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt war die Belohnung. Von oben sieht Rio wirklich toll aus. Leider war auch hier die Sicht wegen dem schlechten Wetter nicht die Beste. Schlechtes Wetter bedeutet hier übrigens 27 Grad und leichter, warmer Schauer. Also erträglich und erfrischend. Abends gingen wir dann noch in Gruppen in die Stadt zum Essen. Schnell fand man Kontakt zu den einheimischen Mädels, die für manche unserer Crew sehr aufgeschlossen waren. Am nächsten Tag um 5 Uhr warfen wir die Leinen los und genossen noch mal einen letzten Blick auf das im Dunst und Nebel liegende Rio de Janeiro. 
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Rio von Santa Theresa aus gesehen
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Copacabana
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Zuckerhut
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Ein Kapitän:
Wolfgang
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Zwei Smuts: 
Otto und Günther
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Drei Maschinisten: 
Martin, Dieter und Siggi
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Vier Docs: 
Uwe, Kai, Sabine und Burkhard
Trotz Flaute und relativ ruhiger See übergaben einige ihr Frühstück gleich wieder der See. Der Doc gab wieder jede Menge Tabletten gegen Seekrankheit aus. So blieb die Nachfrage nach dem Bordbier anfangs eher verhalten, zumal es sowieso kein Becksbier gab sondern wir auf einheimisches Bier namens „Antarctica“ ausweichen mussten. Die nächsten zwei Tage wurden wir verwöhnt mit Sonne und Wind. Unter Vollzeug durchpflügten wir den Atlantik. Mit Bootsmanöver und Reparaturarbeiten an Deck vertrieben wir uns die Tage während uns Delphine besuchten.
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Karsten
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Ruth
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Jens
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Hofi
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Cordula und Alex
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Kirche von Itajai
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Itajai
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Pier von Itajai
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Itajai
Am 4.Seetag erreichten wir gegen Mittag die Hafenstadt Itajai. Freundliches Hafenpersonal, eine schnelle Einklarierung und eine schöne Kaianlage liessen nur Gutes vermuten. Gegenüber unseres Liegeplatzes war dann auch schon ein großer Marktplatz, der weihnachtlich geschmückt war. Eine große Einkaufsstrasse lud zum Bummeln ein. Auffällig war die große Polizeipräsenz. Überall traf man Uniformierte mit schusssicheren Westen und Maschinenpistole. Für die Sicherheit der Gäste und Bürger wurde also einiges getan. Abends versammelte sich unsere Meute in einer netten Bar zu Bier, Caipis und anderen Cocktails. Um Mitternacht hatte Steuermann Manfred Geburtstag. Mit Dudelsackmusik überraschten wir ihn in seiner Koje. Um die Nachtruhe nicht zu stören spielte Dudeldoc mit seinem Sack dann an der Pier weiter. Sehr zur Unterhaltung der staunenden Einheimischen. Am nächsten Morgen bekam Container-Manni dann zum Frühstück seine Geburtstagsgeschenke. Auf dem Tagesprogramm standen 2 Ausflüge zur Wahl. Die Einen fuhren mit dem Bus in die von einem Deutschen gegründeten Stadt Blumenau, die auch heutzutage noch sehr viele deutschstämmige Einwohner hat, die die deutsche Tradition aufrecht erhalten. Die Andern fuhren zum Strand. Mit zwei Seilbahnen überquerten wir einen kleinen Berg um in die nächste Bucht zu kommen um Sonne und Meer zu geniessen. Um Mitternacht verliessen wir Itajai mit südlichem Kurs. 
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Nicole und Alex 
in einer Bar in Itajai
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Kai, Karsten und Micky 
am Strand von Itajai
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Der Motor macht mal wieder Probleme
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Auszug aus der Bootsi-Inventarliste
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Alex beim Backen
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Cordula & Jens
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Decksdusche
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Ingrid und Alex
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Siggi mit Dorade & Albrecht
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Günter und Bärbel
Bei Sonne und kleinen Regenschauern, die aber nie störend sondern eher erfrischend waren, setzten wir unter wechselnder Besegelung unseren Kurs fort. Maschinist Siggi, der seit Beginn der Reise zwei Angeln am Heck der Alex befestigt hatte, grinste wieder mal ganz glücklich als er jetzt schon seine zweite Riesendorade an Bord zog. Am nächsten Tag stellte sich Flaute ein. Unter Motor fand eine Rettungsübung mit Schwimmwesten usw statt. Zwischendrin zog Siggi schon wieder einen Fisch heraus. Die Steuerbord-Hamstertasche wurde unterdess zum Friseursalon umfunktioniert. Die Herren der Schöpfung liessen sich einen einheitlichen Kurzhaarschnitt verpassen. Während Siggi abends seinen bereits 4.Fisch herausangelte vergnügte sich die 8-12 Wache auf dem Manöverdeck. Unter Flutlicht und Dudelsackmusik lernte die ganze Wache Squaredance. Danach wurden wieder Segel gesetzt. In der folgenden Nacht um 3:30, die 4-8 Wache war schon geweckt, braute sich Unheil zusammen. In der Ferne kam eine große Gewitterfront auf uns zu. Alles ging recht schnell. Die Front und der Wind erreichten uns schneller als gedacht und so wurden mit beiden Wachen so schnell wie möglich die Segel geborgen. 10 Minuten lang brach ein gewaltiger Gewittersturm über uns herein, der so schnell auch wieder ging wie er gekommen war. Alle wurden innerhalb einer Minute klatschnass. Die nächsten 3 Seetage waren durchwachsen. Mal hatten wir Wind, mal nicht. Insgesamt wurde das Wetter merklich kühler, was nicht heisst, dass es kalt wurde, sondern eher erträglicher. Kurze Hosen und T-Shirt waren natürlich immer noch angesagt. Wartungsarbeiten im Rigg und an Deck waren auch immer noch nicht beendet, das Sonnensegel am Besanbaum wurde aufgebaut und die Decksdusche in Betrieb genommen. Siggi freute sich schon über seinen 5.Fisch an der Angel bis sich herausstellte, dass es nur die Kohlblätter vom Smut waren, die sich im Haken verfangen hatten. Dann ging es bei geilem Wind mit 11kn Fahrt durch die Wellen. Zwei Tage lang konnten wir vor dem Delta des Rio de la Plata wunderschön segeln. Halsen und Wenden wurden jeweils zum Wachwechsel mit zwei Wachen gefahren. Außerdem war mal wieder eine Brandschutzübung angesagt. Vorbei an dem Seglermekka Punta del Este näherten wir uns langsam Montevideo, der Hauptstadt Uruguays. Um 3 Uhr in der Nacht liessen wir den Anker fallen und warteten bis 6 Uhr auf den Lotsen um um 9 an der Pier festzumachen.
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Briefing von Udo
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Brandschutzübung
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Squaredancekurs
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Dudeldoc
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Montevideo
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Montevideo
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Montevideo
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Montevideo
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In der Markthalle von Montevideo
Montevideo mit seinem alten Stadtkern ist um ein vielfaches schöner als Rio und so hatte man eine Weile zu tun bis man sich die Stadt angesehen hatte. Um 13:30 Uhr kam eine Abordnung der Capitan Miranda, einem uruguaischen Segelschulschiff, auf die Alex um uns offiziell zu begrüssen. Wie immer bei Marineschiffen sah deren Crew in ihren Uniformen natürlich geleckt aus. Unsere Mädels bekamen ganz grosse Augen als sie die hübschen Burschen sahen. Abends verzogen sich alle in die Stadt zum Abendessen weil sich um 19 Uhr der Botschafter und weitere Offizielle zu einem Umtrunk an Bord angesagt hatten. Ab 18 Uhr stürmte der Cateringservice die Alex um alles für die hohen Herren vorzubereiten. Als wir spät in der Nacht wieder an Bord kamen waren die Herrschaften schon wieder weg und wir fanden auf dem Deck nur noch leere Campagnerflaschen vor. 
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Crew der "Miranda" an Bord
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Marktplatz Montevideo
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Alex in Montevideo
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Weihnachtsandacht
Der Weihnachtstag begann mit diversen letzten Wartungsarbeiten am Schiff. Nach dem Mittagessen war dann Schluß mit der Schufterei und alle konnten sich auf die Feierlichkeiten vorbereiten. Die Weihnachtscrew dekorierte das Schiff mit geschmückten Christbäumen, Girlanden und all so nem Zeug. Um 17 Uhr kam ein deutscher Pfarrer aus Montevideo zu uns an Bord und hielt eine kurze Andacht. War sehr feierlich und nett. Danach gabs das Weihnachtsessen, welches aus organisatorischen Gründen  auch gleichzeitig das Captainsdinner war. Smut Otto hatte mal wieder sein obligatorisches Chickencurry mit Reis gekocht. Im Anschluß an die Schlemmerei kam der Weihnachtsmann. Jede Wache gab etwas zum Besten und als Belohnung bekam dann jeder ein Geschenk aus dem großen Sack. In dem festlich geschmückten Versaufloch gab es eine Caipirinha-Bar und zu Musik wurde bis in die späte Nacht hinein getanzt. 
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Menükarte
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Weihnachtsessen
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3 Toppsis
Reinke, Nicole und Hofi
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Weihnachtsmann
Der nächste Morgen begann für viele mit einem Brummschädel. Das allgemeine Wecken um 7 Uhr entfiel und jeder konnte so lange ausschlafen wie er wollte. Der Tag wurde von den Meisten für einen Stadtbummel oder einfach nur ausruhen genutzt, da die grosse Stadt wie ausgestorben war. Abends gingen viele dann noch mal in Gruppen essen. Am 26.12. morgens um 6 Uhr kamen dann dann zwei Lotsen an Bord, die uns den ganzen Tag bis Buenos Aires begleiten sollten, denn sooo lange dauert die Fahrt den Rio de la Plata hinauf in die argentinische Hauptstadt. Die Zeit wurde für Segelpacken, Reinschiff und letzte Wartungsarbeiten genutzt. Um 22 Uhr liessen wir den Anker in dem 50 Km breiten Rio del la Plata fallen.
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Weihnachtsparty
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Karsten erklärt eine Wende
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Schmitti, Elke und Uwe
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Beim Segelpacken
Einen Tag später am frühen Morgen machten wir in Buenos Aires fest. Der Tag und die Nacht wurde von allen zur Stadtbesichtigung und Steakessen genutzt. Einige von uns blieben noch ein paar Tage in Buenos Aires um ihre Eindrücke des Stadt zu vertiefen. Die Meisten allerdings flogen gemeinsam zurück nach Frankfurt um von dort aus in ihre Heimatstädte zurückzukehren. Es war ein toller Törn. Die Alex indes setzt ihren Weg rund um Südamerika nun fort über Kap Hoorn, Valparaiso, Galapagos, Panamakanal, Kuba, Bermudas, Azoren, bevor sie im Juni 2006 wieder in Bremerhaven festmacht. Bevor ich es vergesse: Iberia hatte natürlich wieder Verspätung und die Getränke gingen wieder über dem Atlantik aus.  
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Hofi erklärt der 4-8 Wache
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Andreas, Kristin und Joachim
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4-8 beim Brassen
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La Boca in Buenos Aires
Noch ein paar Reiseinfos:
Die Stadtbeschreibungen sind natürlich nur subjektiv, stimmen jedoch mit der Meinung einer Vielzahl der Mitsegler überein.
In Rio de Janeiro hatten wir nur eine grosse Stadtrundfahrt gemacht. Wie schon oben beschrieben ist die Stadt nix besonderes ausser eben den Sehenswürdigkeiten, die man von Postkarten her kennt. Wir hatten aber den Eindruck, dass sie so sicher ist wie jede Grossstadt, wenn man sich aus den dunklen Ecken und Ghettos raushält.
Montevideo hat einen schönen Altstadtkern, ist jedoch überwiegend sehr baufällig. An Weihnachten geht dort die Bevölkerung nachmittags zum saufen. Dann sind alle blau und gehen nach Hause zum feiern. Um Mitternacht ist Feuerwerk so wie bei uns zu Silvester. Nachts um 2 machen die Lokale wieder auf und die Leute saufen weiter.
Der Rio del la Plata ist an seiner Mündung in den Atlantik 200 sm breit, auf Höhe von Buenos Aires ist er immer noch 50 sm breit, hat allerdings nur 10-15m Wassertiefe. Deshalb sind dort Lotsen vorgeschrieben damit man die ausgebaggerten Fahrrinnen findet. Durch die geringe Wassertiefe und den Schiffsverkehr ist das aufgewühlte Wasser total braun und sandig. Der Boden bietet schlechte Haftung für den Anker. Bei 15 m Wassertiefe hatten wir 4 Schekel Kette (ca 108m) gesteckt.
Buenos Aires ist die mit 3 Mio Einwohner im Kern und weiteren 8 Mio in der Peripherie die größte Stadt Argentiniens. Die 11 Millionen sind ein knappes Drittel der Gesamtbevölkerung (33 Mio) Argentiniens. Von Spaniern gegründet ist sie heute noch eine sehr europäische Stadt. Gepflegte Innenstadt mit Einkaufsstrassen und vielen Sehenswürdigkeiten macht Buenos Aires zur schönsten der 3 von uns angelaufenen Städte. Abends gibt’s viele Tangolokale wobei manche Stadtviertel an die Touristenmeilen auf Mallorca erinnern. 
Brasilien, Uruguay und Argentinien machten uns die Ein- und Ausreise nicht einfach. Jedes Land hat seine bestimmten Bestimmungen. In Uruguay war es am günstigsten, dass wir alle als Crew einreisen um die Kosten so günstig wie möglich zu halten. In Argentinien war es genau andersherum. Die wollten von uns 200$ für die Einreise. Die Summe konnte von 50 über 25 auf am Ende 5$ gedrückt werden. Scheint also alles recht willkürlich gewesen zu sein. Zu guter Letzt sind wir dann alle als Touristen eingereist ausser die 15 Personen, die als Crew deklariert wurden. 
In allen Ländern hatten wir den totalen Papierkrieg. Inventarlisten der Schlappskiste, des Bootsmannes, der Maschinisten usw mussten vorgelegt werden und für jedes Land auf den neuesten Stand gebracht werden. Zigfache Ausführungen an Crewlisten strapazierten den Bordkopierer.
Auf dem Rückflug trafen wir noch einige Trainees, die vor ein paar Tagen mit der Kruzenstern um Kap Hoorn sind. Die haben erzählt, dass es in Ushuaia dieselben Probleme gibt. Die Chilenische Marine hat das Schiff sogar eskortiert und wollte die Leute nicht einreisen lassen. Übrigens war auf dem Törn der Kruzenstern unser Gründervater Manfred Hövener dabei, der sich wahrscheinlich mit dem Büro in Bremerhaven in Verbindung setzt um schon einige Vorabinformationen zu geben.
Also von der Bürokratie her ist alles viel schwieriger als in europäischen Gewässern, aber mit Beziehungen zu den Botschaften und den Vorkenntnissen unserer Kapitäne ist alles machbar und die Probleme lösen sich meistens in Wohlgefallen auf.

Viele weitere Bilder dieses Törns gibts auf der Homepage von Toppsi Hofi ---> hier klicken

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Buenos Aires
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Friedhof
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Friedhof
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Buenos Aires
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Buenos Aires
Besondere Grüße an: Wolfgang, Udo, Reinke, Jens, Karsten, Dudeldoc, Nicole und Alex, Schmitti, Rainer und Elke