Weihnachts- und Silvestertörn

Las Palmas - Martinique 2002/2003  (Törn 11902)

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Törnplan
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Wachplan
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4-8 Wache
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Die Smuts Eberhard und Micky

Wow, meine erste Atlantiküberquerung mit der Alex! 20 reine Segeltage, Weihnachten mitten auf dem Atlantik und Silvester in der glühenden Sonne der Karibik werden sicher für ein ganz besonderes Segelerlebnis sorgen. Und als Highlight bin ich das erste Mal als Kochsmaat auf der Alex. Ich hatte mich natürlich vorher schon mal gefragt für wen das wohl schlimmer wird: für die Mitsegler, weil ich nicht kochen kann oder für mich, da ich ja normalerweise als Matrose an Deck fahre. Aber mit Smut Eberhard als Chefkoch war ich zuversichtlich, dass die Crew nicht verhungern wird zumal mir die Kocherei ja auch Spaß macht.
Schon viele Wochen vorher begannen die Planungen für diesen außergewöhnlichen Törn. Die Proviantlisten wurden zwischen den Mädels im Büro in Bremerhaven, dem Käpt'n Manfred und den Smuts hin- und hergemailt, damit ja nix vergessen wird. Nachbunkern auf dem Atlantik gestaltet sich ja doch etwas schwierig , hihi. Auch die Decksbesatzung unter Federführung von Toppsmatrose Axel plante schon im Vorfeld die Wachpläne und die Kojenbelegung, damit jeder wunschgemäss untergebracht und die einzelnen Wachen sinnvoll besetzt wurden.

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Käpt'n Manfred begrüsst die Crew.
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...und alle hören zu!
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Einige aus der 8-12 Wache
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Heidrun, Lufti, Carsten und Ommes

Im Flieger von Stuttgart nach Las Palmas überlegten Eberhard und ich uns schon was wir als Erstes zu tun hätten. An Bord angekommen wurden erst mal die bestehenden Vorräte überprüft. Die Brotbackmischungen (1,7 Tonnen) lagen schon seit Genua in der Last und die Getränke waren schon tags zuvor geliefert worden. 
Nachdem Käpt'n Manfred die gesamte Crew nachmittags an Deck begrüßt hatte fand man sich wachweise zusammen. Die Toppsmatrosen Axel, Fede und Eva begannen mit der Einweisung ihrer Wache und erläuterten alles Wissenswerte für die Trainees. Abends genossen die Meisten noch mal den Landgang bevor es auf den 25-tägigen Törn ging. 
Am nächsten Morgen lieferte ein Lkw den Proviant für die nächsten Wochen. Die Lasten waren hinterher bis obenhin gefüllt. Nachmittags hieß es dann endlich Leinen los und für die Meisten der Beginn in ein unbekanntes Abenteuer. 

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Ein ganzer Lkw voll Proviant...
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...wird an Bord verstaut
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Toppsi Eva gibt Einweisung
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Falk, Ute + Fede machen Wetter
Unser Plan war, daß wir erstmal ca 800 Seemeilen auf Kurs Süd-Südwest (SSW) laufen um dann vom Passatwind nach Westen bis Martinique geschoben zu werden. 
In der ersten Nacht motorten wir gegen den Wind und verzeichneten bei Windstärken von 10 Beaufort schon 22 Ausfälle wegen Seekrankheit. Mit maximal 4 Knoten Geschwindigkeit waren wir erheblich unter unserem Soll von 6,5 kn. Glücklicherweise verzog sich das Tiefdruckgebiet nach 2 Tagen und wir liefen mit 7,5 kn und einem Kurs von 230 Grad in Richtung des 15. Breitengrades, wo die Crew endlich den Passatwind zu finden erhoffte. 
Die nächsten Tage vertrieben wir uns die Zeit mit einer Brandschutzübung, Knotenkunde und Instandhaltungsarbeiten. Und zwischen all dem bunten Treiben sah man immer einige mit ihren Kameras herumrennen, die versuchten das Ganze auf Zelluloid zu bannen. Trainee Manuela verfasste Berichte für verschiedene Zeitschriften  (Badische Zeitung, Yacht und Brigitte) , Toppsi Fede fotografierte für einen Bildbericht der Deutschen Presseagentur (dpa) und Toppsi Eva organisierte für den WDR und NDR mehrere Radio-Liveschaltungen. Und natürlich knipsten Matrose Flo (www.roter-schaekel.de) und ich  für unsere Homepages.       
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Brandschutzübung
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Brandschutzübung
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Fede
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Heidrun+Sascha
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An Deck
Am 5. Seetag, wir hielten immer noch Kurs 230, kündigte Käpt'n Manfred beim täglichen Briefing für den folgenden Tag das Erreichen einer Postboje an, worauf einige Leichtgläubige schnell ihre Weihnachtspost schrieben um sie mitten im Atlantik in der Boje einzuwerfen, hihi. Tags darauf war natürlich kein schwimmender Briefkasten zu sehen worauf wir unsere eigenen Postboje bauten und zu Wasser liessen. 
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Toppsi Fede macht Knotenkunde
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Coco + Hannes 
mit der Postboje
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Lüftung
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Falk, Fede, Peter + Romano
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Markus, Sascha, Andre + Hannes
Am 6.Seetag war von den Maschinisten der routinemäßige Ölwechsel geplant, weshalb wir endlich mal die Rahsegel auspacken und setzen durften. Natürlich nur solange bis die Maschine wieder einsatzbereit war. Außerdem hatte ich mit Trainee Manuela meinen Kombüsendienst gegen ihre Wache getauscht damit ich mal wieder frische Seeluft atmen konnte. Ist einfach 'ne schöne Abwechslung, wenn man statt den Kochlöffel zu schwingen ab und zu mal an den Tampen reissen kann.   
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Coco bäckt...
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Eberhard klettert
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Beim Blöcke überholen
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Kurs 230...
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Relaxen an Deck
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Siggi mit Fisch
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Piratenwarnung
Den 7. und 8.Seetag verbrachten wir damit unseren Bord-Swimmingpool zu bauen, der auf den Karibiktörns für etwas Erfrischung sorgen soll. Bauleiter war Käpt'n Manfred, der nach vollbrachter Tat natürlich einer der Ersten war, der im kühlen Nass planschte. Ab 16 Uhr war an diesen Tagen der Friseursalon in der Hamstertasche eröffnet. Ute und Micky scherten die Mähnen einiger Crewmitglieder bis auf ein paar Millimeter herunter. Und es sah am Ende gar nicht mal sooo schlecht aus. Auch für Maschinist Siggi war der Tag erfolgreich, denn abends kam er freudestrahlend mit einer riesengroßen Dorade an der Angel in die Kombüse um seinen Fang dem Smut zur weiteren Verarbeitung zu übergeben.  
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Toppsi Fede
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Coco nascht Eis
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Manfred + Johannes
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Falk vorher
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...beim Friseur
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Falk nachher
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Reporterin Eva
Am 9.Seetag war es endlich soweit. Wir hatten den Passatwind erreicht, der uns auf neuem Kurs 264 Grad direkt nach Martinique blasen sollte. Wir hatten mittlerweile soviel Vorsprung in unserm Zeitplan herausmotort, daß wir fast den ganzen Tag mit Vollzeug segeln konnten. Nachmittags fand eine Atlantik-Olympiade statt, die von Coco und Fede organisiert wurde. Die 3 Wachen mußten 9 verschiedene Spiele und ein Wissensquiz absolvieren um soviel wie möglich Punkte zu sammeln:
1. Einen Marlspieker am Hintern befestigen und diesen gezielt in einer Flasche versenken.
2. Die Festmacherleine durch einen Rettungsring werfen.
3. Einen Puck mit dem Wasserstrahl eines Feuerwehrschlauches in ein Tor befördern.
4. Soviel wie mögliche Klimmzüge machen.
5. Blind einen Block zusammenbauen.
6. Mit einer Küchenkelle soviel wie möglich Wasser über einen Hindernisparcours befördern.
7. Tampenjagd
8. Solange wie möglich im Pool unter Wasser die Luft anhalten.
9. Nur mit dem Mund Apfelschnitze aus einem Wasserbecken fischen.
Vor dem Abendessen wurde dann die 0-4 Wache als überlegener Sieger gekürt.     
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Eröffnung der Olympiade
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Marlspieker zielen
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Leine werfen
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Äpfel fischen 
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Küchenkellenlauf
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Tauchen
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Wasserhockey
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Blöcke zusammenbauen
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Klimmzüge
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Siegerehrung der 0-4 Wache
Die Seetage 10 bis 13 verbrachten wir mit Planschen im Pool, Sonnenbaden, Segeln und Instandhaltungsarbeiten. Außerdem machten wir eine Fotosafari rund um die Alex, damit die Mitsegler einmal vom Beiboot aus ein Foto von der Alex machen konnten. Der Geburtstag von Trainee Klaus gab einen weiteren Grund zur Freude, denn nachdem er zur Feier des Tages einen großen Eisbecher bekam, gab's von Klaus selbstgebackene Muffins und Pizza. Außerdem bekamen wir oft Besuch von fliegenden Fischen, die sich bis auf unser Deck verirrten. Auch Delphine und sogar Wale waren unsere täglichen Reisebegleiter.     
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Klaus und Kerstin
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Jan & Romano
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Geburtstagskind Klaus + Eisbecher
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4 Schnulli-Spezialisten
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An Deck
Der 14.Seetag war Weihnachten. Völlig unromantisch begann der Tag in der Hitze des 15.Breitengrades. Erst nach dem Mittagessen kam langsam Festtagsstimmung auf als die Weihnachtstussi Eva mit ihrem Team das Schiff mit Weihnachtsschmuck behängte und den Christbaum schmückte. Gegen 17 Uhr begann dann das festliche Programm: Als erstes sagte Fietje sein Sprüchlein auf bevor Kapitän Manfred den Anwesenden ein frohes Fest wünschte. Als besondere Überraschung hatte das Büro in Bremerhaven im Internet zu einer Mail-Aktion aufgerufen, damit die Daheimgebliebenen ihren Lieben auf hoher See eine Nachricht zukommen lassen konnten. Die an uns per Telefax weitergeleiteten Mails konnte der Käpt'n nun stapelweise vorlesen oder an die Betreffenden verteilen. Zu den Klängen der Weihnachts-Bord-Band sangen alle ein paar Weihnachtslieder. Danach kam der Nikolaus mit einem Engel und verteilte für jeden ein Geschenk bevor sich die Mannschaft unter Deck begab und sich an dem Weihnachtsmahl labte. Zum Ausklang des Abends spielte Vossi auf der Orgel noch ein paar Weihnachtslieder.      
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Fietje sagt ein Gedicht auf
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Manfred liest Weihnachtsfaxe vor
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Weihnachts-Combo
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Nikolaus & Engel
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Weihnachtsmenü
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Beim Weihnachts-Dinner
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Beim Weihnachts-Dinner
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Vossi spielt Weihnachtslieder
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In der Hamstertasche
Die Seetage 15 bis 20 waren von Vorfreude auf Landgang geprägt. Viele sehnten sich nach ihren Lieben zuhause und freuten sich auf den ersten Handykontakt um ihre ersten Lebenszeichen nach Hause zu senden. Endlich am 30.Dezember, dem 20. Tag auf See, hallte es durchs ganze Schiff: "Land in Sicht"!!! Die westindischen Inseln waren zum Greifen nah. Nachts um 1 Uhr lief die halbe Crew ganz aufgeregt mit ihren Handys auf dem Schiff herum in der Hoffnung, daß die Handys schon Kontakt hätten. Leider ohne Erfolg, da wir noch zu weit entfernt waren.  
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Daniel, Jan, Johann + Matthias
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Hannes, Fede, Werner + Chris
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Holger, Sascha, Klaus-J., Andre+Ute
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8-12 auf Wache
Am nächsten Morgen, es war der 21.Seetag, liefen wir morgens die Marigot Bay auf St. Lucia an. Nach dem Einklarieren füllten wir erst mal unseren Proviant mit den wichtigsten Sachen auf, denn Mehl, Milch und Brot wurden langsam immer knapper. An Bord liefen derweil die Vorbereitungen für eine große Piratenparty, mit der wir hier abends Silvester feiern wollten. Nachdem ab 20 Uhr das kalte Buffet eröffnet wurde, reihte sich ein Programmpunkt an den Anderen. Die 0-4 Wache präsentierte nach tagelangem Üben eine Auswahl an Shanties und Schlagern, welche sich zwar grausig anhörten aber zur allgemeinen Erheiterung beitrugen. Außerdem banden sie einen aufmüpfigen Matrosen an die Reling, der dann mit der neunschwänzigen Peitsche seiner gerechten Strafe zugeführt wurde. Eine andere Piratengruppe enterte die Alex und peinigte die Schiffsführung (Kapitän, Steuerleute, Bootsmann und Toppsis) mit Mutproben und Strafarbeiten. An Land wurde von den Insulanern pünktlich um 0 Uhr eine zauberhaftes Feuerwerk gezündet, während unsere Party noch bis in die frühen Morgenstunden anhielt.      
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Marigot Bay auf St.Lucia
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Marigot Bay auf St.Lucia
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Insulaner
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Piratenparty
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Ein Meuterer wird ausgepeitscht
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Silvester-Buffet
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Hannes als Helge
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Stürmung der Piraten
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DJ Vossi
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Hannes pennt
Den nächsten Tag nutzten die meisten für einen ausgiebigen Landgang in der malerischen Bucht. Bei tropischen Cocktails vergaß man schnell die Zeit und versackte in einer der gemütlichen Bars. 
Tags darauf ging es morgens in Richtung Martinique. Böen von bis zu 9 Windstärken bliessen uns bis nachmittags in die Bucht "Anse Grande", wo wir abends unser Captains-Dinner hatten.
Am nächsten Morgen war nach dem Aufstehen erst mal Reinschiff angesagt. Der 3-wöchige Törn hinterliess doch einige Spuren und so hatten wir eine Menge zu tun um das Schiffchen wieder auf Vordermann zu bringen, um es der nächsten Crew in einem sauberen Zustand zu übergeben. Gegen Nachmittag liefen wir an unseren Platz im Hafen von Fort de France auf Martinique. Abends wurde noch ein letztes Mal kräftig gefeiert, bevor es am nächsten Tag zurück in die kalte Heimat ging.   
Die Atlantiküberquerung war wirklich beeindruckernd. Die Weite des Meeres und die Natur, die Delphine und Wale bleiben sicher bei vielen in langer Erinnerung. Und natürlich war es eine ganz tolle und sympathische Crew. Kapitän Manfred wurde wohl sagen: Der Törn war "very nice"!  
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Daniel, Fede und Romano
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Royal Clipper vor Martinique
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Einlaufen in Martinique
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Menükarte
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Captains-Dinner
Besondere Grüße an: Fede, Eva, Manuela, Axel, Eberhard, Coco, Lufti, Falk, Hannes, Klaus, Ommes

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